Dienstag, 10. November 2009

La petite princesse

Manchmal hat Lilly die Schnauze voll...das ewige auf der Heizung herumliegen, das Sirenengeheul vor dem Kühlschrank, das Zerkratzen teurer Korbstühle...auch ein genügsamer Geist will Abwechslung. Aber, was wäre ein Rassekätzchen ohne Hang zur Selbstinszenierung, auch wenn Papa bloß ein Staßentiger von zweifelhafter Herkunft war! Es gibt Dinge, die verdrängt Katze gern, ebenso wie den Verlust des buschigen Schwanzes, der Zweifels ohne auf das Konto eines gemeinen Katzenhassers gehen dürfte. Draußen ist es nass und ungemütlich, völlig indiskutabel, einen Spaziergang zu wagen. Was macht man nun des Sonntags, allein und voller Tatendrang? Lilly wäre nicht sie selbst, wenn sie sich aufs geradewohl ihrem Personal ( meine Wenigkeit, und sporadisch auch andere Auserwählte) zur Unterhaltung anbieten würde. Nein, vielmehr schreitet sie selbst zur Tat und frönt ihrer Leidenschaft für kulinarische Genüsse. Fernab aller Gepflogenheiten, wird gekocht und gebacken, in weiser Voraussicht, dass auch ich in Verzückungen gerate, wenn meine Katze über Schüsseln wirbelt und mit Wonne am Herd herumhantiert.
Nunja, wie aus der Kommunikationsforschung hervorgeht, ist ein solcher Zustand der Konfusion als ein Spiegelbild der Kommunikation aufzufassen, nämlich als die Folge gescheiterter Kommunikation, welche den Empfänger (mich) im Zustand der Ungewissheit oder eines Mißverständnisses hinterläßt (Quelle: Paul Watzlawick, "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?", 1976)
In diesem Sinne, leben wir unsere eigene Wirklichkeit, mit allen Konsequenzen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen